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Leben und Lernen
Wir arbeiten daran, dass die teilnehmenden Schülerinnen
und Schüler Folgendes sagen können:
Hier werde ich ernst genommen,
hier kann ich lernen und wachsen!
- Etwas zu lernen und zu können ist eine wunderbare
Erfahrung! Meine Fragen werden beantwortet, meine
Ideen und Gedanken ernst genommen, ich komme voran
und ich bin stolz, dass ich immer mehr weiß
und kann.
- Hier wird mir das zugetraut und zugemutet, was
ich leisten kann, und diese Leistung wird wertgeschätzt:
Die Erwachsenen wissen, wo meine Stärken sind,
und fordern mich heraus. Aber sie kennen auch meine
schwachen Seiten. Sie gestehen mir zu, dass ich manches
noch nicht kann oder weiß, was andere in meinem
Alter schon können und wissen, und sie ermutigen
mich, an den Schwächen zu arbeiten, ohne dass
ich mich minderwertig fühle und schämen
muss oder gar ausgegliedert werde.
- Ich kann selbst mitentscheiden, was ich erreichen
möchte. Die Erwachsenen helfen mir dabei und
sagen mir am Ende auch genau, was gut ist und wie
ich etwas besser machen kann. Das brauche ich, um
zu wissen, woran ich weiter arbeiten muss.
- Wenn ich etwas nicht schaffe, was ich erreichen
möchte, wird mir geholfen: von den Erwachsenen
oder von Kindern, die es können – egal,
ob sie so alt wie ich, älter oder jünger
sind. Und wenn ich etwas kann oder weiß, was
ein anderer noch nicht kann oder weiß, dann
helfe ich.
- Ich kann das Arbeitstempo selbst bestimmen. Keiner
unterbricht mich, wenn ich konzentriert arbeite. Aber
ich werde auch nicht zu einer Arbeit gezwungen und
nicht dazu, mich zu konzentrieren, wenn ich es gerade
nicht kann.
- Besonders profitiere ich von „Projekten,
bei denen wir über mehrere Wochen zusammen mit
jüngeren und älteren Kindern etwas erforschen,
anfertigen oder auf die Beine stellen, weil wir gemeinsam
versuchen herauszufinden, wie man etwas macht, wie
etwas geht oder funktioniert, wie Dinge zusammenhängen.
Am Ende des Projekts haben es alle zusammen geschafft,
und das ist ein gutes Gemeinschaftsgefühl.
- Weil Jugendliche und Erwachsene in der Schule am
Nachmittag verschiedene Arbeitsgemeinschaften anbieten,
kann man noch mehr erfahren, machen und lernen: Fahrrad
reparieren, Gitarre spielen, Fußball trainieren,
tanzen, Theater spielen – Dinge, die wir am
Vormittag nicht lernen. Von diesen AG-Leitern erfahren
wir auch mehr darüber, wie das Leben außerhalb
der Schule ist, wenn man erwachsen ist.
- Wir sind nicht immer nur in der Schule, sondern
gehen auch oft zu anderen Orten, wo wir Interessantes
erleben, erfahren, kennen lernen, uns aneignen und
üben können.
Die Schule ist meine Welt,
hier kann ich aufleben, mich entfalten und zu mir
kommen.
- Grenzen und Freiräume werden erklärt
und fest vereinbart. Sie ändern und erweitern
sich mit meinem Alter.
- Die Erwachsenen fragen mich und die anderen Kinder
nach unserer Meinung und unseren Ideen, wenn es um
Dinge geht, die für uns wichtig sind oder die
uns betreffen, und unsere Meinung wird ernst genommen.
- Hier gibt es Erwachsene, die mich mögen und
schätzen, denen ich vertraue, weil sie mir zuhören,
mich ernst nehmen und mich bestärken; die mir
aber auch sagen, wenn ich mich falsch verhalte und
wie ich es besser machen kann.
- Ich brauche keine Angst vor der Schule zu haben,
nicht vor Entwertung, Beschämung oder Ausgrenzung
durch Lehrkräfte und Erzieher/-innen und auch
nicht vor seelischen oder körperlichen Verletzungen
durch andere Kinder und Jugendliche.
- Es gibt Regeln, die alle kennen – und ich
kann mich darauf verlassen, dass Kinder und Erwachsene
darauf achten, dass sie eingehalten werden (zum Beispiel,
dass wir unsere Kraft aneinander messen dürfen,
aber keiner dem anderen absichtlicht wehtun darf).
- Wenn ich Energie habe, bekomme ich von den Erwachsenen
etwas zu tun, wenn ich erschöpft und müde
bin, kann ich mich zurückziehen und ausruhen
oder etwas für mich selbst machen.
- Es gibt genug Zeit und Orte, wo wir Kinder, ganz
für uns, mit anderen Kindern zusammen sein können.
- Die Mittagspause ist lang genug, um mich auszutoben,
zusammen mit Freunden oder allein etwas zu machen,
was Spaß macht, oder mich zurückzuziehen,
mich mit meinem Hobby zu beschäftigen, zu lesen,
ein Musikinstrument zu spielen oder ein Kunststück
einzuüben, am PC zu arbeiten oder miteinander
etwas „Richtiges” zu machen – zum
Beispiel etwas zu organisieren, was für alle
wichtig ist, etwas herzustellen, zu reparieren, zu
erfinden.
- In der unterrichtsfreien Zeit sind zwar Erwachsene
da, die man rufen oder fragen kann, aber wir Kinder
können selbst erfinden und entscheiden, was wir
machen wollen, wenn es nicht gefährlich, schädlich
oder rücksichtslos ist.
- Es gibt auf dem Schulgelände und im Schulhaus
genug Platz und Gelegenheiten, um mit anderen zu spielen,
Sport zu treiben, Kunststücke zu üben oder
zu experimentieren. Es stehen Sport- und Spielgeräte
zur Verfügung, es gibt Klettermöglichkeiten,
Bereiche, in denen man bauen und gestalten kann, aber
auch Verstecke, geheime und ruhige Ecken.
- Es gibt Bücher, Hefte, Zeitschriften, CDs,
die zu meinem Alter passen und die ich evtl. ausleihen
kann. Ich kann am Computer arbeiten. Es gibt Material
zum Werken, Malen und Gestalten. Für alle Bereiche
sind Erwachsene da, die mir helfen, wenn ich Rat und
Hilfestellung brauche.
- Die Räume sind freundlich, sauber und gepflegt.
Es riecht angenehm und es ist in den Arbeitsräumen
nicht laut.
- Es gibt ein gutes Mittagessen, bei dem sich jeder
selbst nimmt, und es gibt immer frisches Obst und
etwas zu trinken.
Quelle: In Anlehnung an QUIGS (Qualität in Ganztagsschulen)
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